Montag, 16. Oktober 2017

Ein bisschen mehr abseits - in der Mitte Vietnams

Mein nächster Stopp ist Dong Hai...herrlich untouristisch stand im Lonely Planet, was so viel heißt wie „hier ist der Hund verreckt“. Das Städtchen liegt am Rande der ehemaligen entmilitarisierten Zone und an der schmalsten Stelle des Landes. Dong Hoi wurde während des Vietnamkrieges völlig zerstört und nur noch ein paar Überreste erinnern an die Tage vor dem Kieg.

Da hier nur ein paar wenige Touris  wegen des nahegelegenen Nationalparks stranden, erhält man  tatsächlich einen ganz netten Eindruck vom „normalen“ leben in Vietnam. Als ich gestern über den Fischmarkt schlenderte, war ich auf jeden Fall die Megaattraktion, weil ich außer mir tatsächlich keinen weiteren Westler gesehen habe. Essen bestellen war demnach auch unglaublich witzig für beide Seiten. 



Heute ging`s dann zum Phong-Nha-Ka-Bang Nationalpark, in dem nicht nur die erst vor wenigen Jahren entdeckte größte Höhle der Welt liegt, sondern der auch wegen seiner von Vegetation überwucherten Karstlandschaft wirklich reizvoll ist.



Ich hab mich für ein Höhlentrekkng in die Pardieshöhle und die Dark Cave entschieden und hab eigentlich mit Tausenden von Touris gerechnet und eben zwei ganz netten Höhlen. Stattdessen war es erfreulich untouristisch und die Höhlensysteme absolut unglaublich. Die Paradieshöhle ist bis zu 70m hoch und reicht über 14km in den Berg, davon ist einer erschlossen. Will man mehr sehen, muss man eine Tour buchen, bei der man schwimmend, watend und mit Helmen ausgestattet sieben weitere Kilometer macht. Aber schon der ausgebaute Pfad absolut beeindruckend.






Von der Dark Cave hab ich leider keine Fotos...das hätte mein Handy zerstört. Zip-Lining über einen Fluss, dann ab ins 18 Grad kalte Wasser und wie die Höhlenforscher mit Helmen und Lampen ins Dunkel. Schwimmen, durch Schlamm waten, Schlammschlacht, Schlammrutsche und mit dem Kayak zurück - ein echt unvergessliches Erlebnis mit absolutem Funfaktor. Im Schlamm suhlen macht echt Spaß, vielleicht werde ich in meinem nächsten Leben Hausschwein. 



Samstag, 14. Oktober 2017

Kontrastprogramm Vinh Bai Tu Long

Postkarten-Kitsch pur: wirklich unfassbar. Türkises Wasser, einsame Strände, unglaubliche Sonnenunter- und Aufgänge:







Trekking in Sa Pa

Nachdem ich im Frauenmuseum in Hanoi eine ganze Menge über die Bergvölker an der chinesischen Grenze erfahren hatte, wollte ich mir die Sache dann doch mal selbst ansehen und hab mich nach Sa Pa aufgemacht, einem inzwischen völlig tottouristierten Städtchen. Also ab in den Softsleeper-Nachtzug, der seinen Namen nicht ganz verdient, denn egal wie soft man liegt, schlafen ist völlig unmöglich, weil man die ganze Nacht durchgerüttelt wird, zweimal umsteigen muss und die Mitreisenden gern mal die Nacht durch telefonieren...und das hört sich auf vietnamesisch an, als ob man mit einer Ente im Abteil liegt.


Sa Pa war dann trotzdem die Reise wert, denn dank Sho, meinem weiblichen Tourguide vom Volk der Schwarzen Hmong, hab ich wirklich Einblick in das harte Leben der Frauen erhalten. Sie hat sich selbst Englisch beigebracht, spricht aber kaum vietnamesisch, weil die Bergvölker hier alle eine eigene Sprache haben. Von den Vietnamesen werden sie eher herablassend behandelt und schlecht bezahlt. Verheiratet ist sie seit sie 15 ist und ihr anfänglich sehr interessierter Mann hat sich inzwischen zu einem wahren Drachen verwandelt - Schläge inklusive. Aber ohne Einwilligung von seiner Seite ist eine Scheidung unmöglich. 


Trotz der Massen an Touris verliert die Landschaft und auch die Leute hier nicht an Reiz. Denn tatsächlich rennt noch der Großteil in der traditionellen Kleidung herum. Die Stoffe sind aus Hanf hergestellt und Indigo gefärbt, weshalb fast alle Frauen permanent blaue Hände oder zumindest Fingernägel haben. Da fällt der eigene Dreck gar nicht auf. 

Leider wird man auch überall von den Frauen belagert, weil sie zumindest ein paar ihrer Stoffe, Tücher, Taschen, etc. an die Frau oder den Mann bringen wollen. Immer mehr Familien schicken deshalb die Töchter nicht mehr zur Schule, sondern drücken ihnen Armbänder in die Hand, damit sie diese verkaufen.

Absolut notwendige Ausrüstung: Gummistiefel!!!! Während die Mädels hier in Schlappen die schlammigen Pfade entlang tänzeln, stapft der Rest mit Gummistiefeln durch den Morast, über Wasserfälle und inzwischen reißende Flüsse oder entlang der Reisterrassen. 
 




 

Montag, 9. Oktober 2017

Vietnam 🇻🇳

Hanoi - einmal Chaos bitte!


Angekommen in Hanoi kann ich nur sagen: wer das überlebt, hat mit dem Rest des Landes wahrscheinlich kein Problem mehr. Hanoi am Wochenende ist laut, schnell und bunt. Ampeln werden hier eher als mögliche Richtlinie gesehen, was einen dazu veranlasst Strategien beim Überqueren von Straßen zu entwickeln. Meine - ich hab mich einfach hinter ne Straßenhändlerin geklemmt und los ging‘s. Inzwischen weiß ich, das man los marschiert, mit der Hand winkt und hofft, dass es klappt.


Und damit die Kleinen auch schon frühzeitig auf den Verkehr vorbereitet werden, gibt’s das auch in Miniatur:


Lässt man sich auf die Stadt und seine Bewohner ein, ist das ein echt liebenswertes Plätzchen mit leckerem Essen, das man auf witzigen Stühlchen verspeist, auf denen der Durchschnittswestler sich während des Essens mit den Knien die Ohren zuhält. Ich hab das Gefühl, ich bin hier mit meinen 1,63m genau richtig.😊
Der Kaffee ist sensationell: ölig-cremig mit einem kakaoähnlichem Aroma. In Hanoi trinkt man ihn mit Milchmädchen (= gesüßte Kondensmilch). Das Essen ist unbeschreiblich: alles wird mit frischen Kräutern serviert und die Vietnamesen erklären auch immer sehr nett kichernd, wie man es isst, wenn man mal rätselnd guckt. Und: man bleibt nie lang allein. Sobald man sich setzt, hat man einen vietnamesischen Gesprächspartner, der Englisch üben möchte - mit mir🙈. 😂











Samstag, 7. Oktober 2017

Kommentare

Hallo ihr lieben Reisebegleiter!
Keine Sorge, wenn eure Kommentare nicht gleich auftauchen. Ich muss die erst frei geben und dazu brauch ich Wifi und das ist leider nicht immer und überall erhältlich. Manchmal hab ich auch das Gefühl, die schicken noch Boten oder Tuktuks, die die Daten nach Deutschland bringen. Also nicht verzweifeln. Freu mich über eure Begleitung. 😊

Freitag, 6. Oktober 2017

Siem Reap - Kambodscha

So, da wäre ich also in Kambodscha mitten in der Regenzeit, was bedeutet, dass der Himmel einmal am Tag die Schleusen öffnet und einer der vielen Hindugötter oder Buddha einen Eimer Wasser über die Erde gießt. In den Straßen steht dann knöchelhoch das Wasser, aber das stört nicht mal die Radler.  Der Grund, warum ich hier bin: Angkor Wat (9. - 12. Jahrhundert) - die angeblich größte zusammenhängende Tempelanlage der Welt und das achte Weltwunder in spe. Die Mystik täuscht, denn was man hier am meisten sieht, sind Selfie-Chinesinnen in roten Kleidern mit Highheels, die sich für ein cooles Foto fast den Hals brechen und die schönsten Orte blockieren.








Und um das Fotochaos zu dokumentieren...hier der Beweis!

Das Motiv:


Der Blick hinter mich:




Das Pendeln zur Schule sähe auch etwas anders aus im schwimmenden Dorf Kampomg Phluk...




Und hier meine Essensempfehlung: Lotussalat 


Morgen geht‘s weiter nach Vietnam/ Hanoi. Mal sehen, was mich da so erwartet. 



Montag, 2. Oktober 2017

Die Reisziele in Zucker

So, letzter Tag vor dem Abflug und meine Schwester hat sich voll ins Zuckerzeug gelegt, um meine Reiseziele auf Kuchen zu bannen: Regensburg > Kambodscha > Vietnam > Australien > Neuseeland > eventuell noch die Fidschis. 👏